Laughing Stock – Life In Seven Dreams
Apollon Records (2026)

(8 Stücke, 42:48 Minuten Spielzeit)

„Life In Seven Dreams“ ist das siebte Album in sieben Jahren von Laughing Stock aus Tønsberg (Norwegen). Es enthält sieben neue Songs, die wie eine Suite von Träumen zusammenpassen. Die Produktion des Albums war für alle Bandmitglieder (Jan Erik Kirkevold Nilsen, Håvard Enge und Jan Mikael Sørensen) aufgrund persönlicher Schwierigkeiten langwierig und schwierig. Es war ein qualvolles Jahr, und das fertige Album spiegelt dies wider. Einige Teile sind wunderschön, andere düster und gewalttätig oder irgendwo dazwischen. Das Album erscheint am 27.02.2026.


Die Songs werden durch eine Rezitation des Gedichts „A Dream Within A Dream“ von Edgar Allan Poe miteinander verbunden. Wir waren sehr glücklich, als Colin Bass von Camel sich bereit erklärte, die Rezitation zu übernehmen.

Neben Colin Bass sind wir stolz und dankbar, erneut die Unterstützung von Tim Bowness für einen Titel („Not Today”) zu erhalten. Außerdem sind Bjørnar Kristiansen von der Doom-Metal-Band Dwaal sowie Terje Johannesen an der Trompete als Gastmusiker dabei. Das Album wurde wie üblich von Jan Mikael Sørensen produziert und gemischt und von Jacob Holm-Lupo gemastert

Mit der Rezitation des Edgar Allan Poe-Gedichtes „A Dream Within A Dream“ startet das Album. Zu den von Colin Bass gesprochenen Worten erklingt zunächst eine Akustikgitarre und nach einigen Momenten wechselt dies in eine sehr romantische Melodie. Ein schöner, sanfter und besinnlicher Einstieg in das Album.

Der erste richtige Song folgt dann mit dem fast sechsminütigen „Summer’s End“. Hier geht es gleich druckvoll fast im Stoner-/Postrock los. Dann wechselt das Ganze aber in einen hardrockigen Part mit heavey Gitarren. Nach zwei Minuten wird es dann aber ruhiger, denn nun dominiert eine Pianoharmonie, die auf Flächen liegt und sich mit zartem Gesang verbindet. Auch finden sich Satzgesang und 70’er-Jahre-Orgelharmonien in dem nun atmosphärischen Teil.

Mit einer Akustikgitarre startet dann das vierminütige „Not Today“. Den Gesangspart in diesem Stück hat Tim Bowness übernommen, der hier dem Stück auch seinen Stempel aufdrückt. Der Song ist ein wenig melancholisch sorgt aber für eine intime und wohlige Stimmung.

Klänge die wie ein Sendersuchlauf im Radio wirken eröffnen dann das Stück „The House“, das End 60’er/70’er Jahre- Flair durch den Einsatz von Akustikgitarre und den Gesang verströmt. Darunter legt die Band einige elektronische Flächen und verziert das nach wenigen Momenten mit Keyboardharmonien. Das geht runter wie Öl. In der zweiten Hälfte wird das Ganze dann etwas ruppiger und die Band zieht eine Wall Of Sound hoch.

Im sechsminütigen „All The Strength“ ist zunächst ein Piano zu hören, das dann von Schlagwerk, atmosphärischer Gitarre und Bass ergänzt wird. Auch kommen Mellotron artige Klänge auf, die mich an die 70’er Jahre von Bands wie BJH erinnern. Ein ruhiger Track der sanft durch den Raum zieht und zum Ende hin durch verzerrte Keyboardklänge wieder etwas ruppig wirkt.

Im siebenminütigen „The Fire“ variiert die Band dann im Verlauf die Dynamik und spielt so mit sanften und druckvollen Passagen. Das wirkt auf mich wie die Vertonung von unterschiedlichen Traumsequenzen. Die Laufzeitanzeige von „We Look At The River“ zeigt zwar sieben Minuten an, jedoch hört das Stück nach dreieinhalb Minuten auf. Der Rest ist nur Stille. Ich persönlich mag diese Stücke nicht, bei denen einige Minuten nichts zu hören ist und die dann weitergehen. Der Song startet, nur von Piano und Gesang getragen, sehr besinnlich und ruhig. Nach einer Minute setzt dann eine traumhafte E-Gitarre ein, die eine intensive, intime Stimmung verbreitet.

Daran schließt sich dann das siebeneinhalbminütige „From The Shadows“ an, mit dem das Album endet. Druckvolle Gitarren und ein Midtemposchlagzeugrhythmus sorgen über weite Strecken für eine angenehme Atmosphäre. Diese wird aber immer mal wieder durch heftige, basslastige und von leichtem Doomgesang durchzogene Passagen durchbrochen. Nach zweieinhalb Minuten wird es dann aber fast schon ambient mit flächigen Klängen und einer floydigen Gitarreneinlagen. Zum Ende kommt dann erneut kurz Colin Bass‘ Stimme auf.

„Life In Seven Dreams“ von Laughing Stock ist ein sehr atmosphärisches Album geworden, in das man sich fallen lassen kann. Die Band spielt dabei oftmals mit der Dynamik und wechselnden Stimmungen. Sehr gelungen.

Stephan Schelle, März 2026

   

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