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Exilia – Anti Gravity Exilia ist eine Alternative Metalband aus Mailand, die bereits seit 2004 existiert. Angeführt von der charismatischen und theatralischen Masha Mysmane – einer Blondine mit Dreadlocks, die über eine kraftvolle und einzigartige Sopranstimme verfügt – verkörpert die Band die authentische Essenz des Hardcore innerhalb dieses Genres. Das neue Album, das den Titel „Anti Gravity“ trägt, erschien am 15.05.2026. Mir lag zur Besprechung die CD-Version vor, die in einem vierseitigem Digipak mit zwölfseitigem Booklet herausgekommen ist. |
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Auf „Anti Gravity“ legt Hauptsongschreiberin Masha dieses Mal mehr Gewicht auf Melodien und Synthesizer-Elemente: „Ich würde „Anti Gravity“ als Alternative Rock mit Punk- und Metal-Einflüssen, aber auch mit einer ausgeprägten melodischen Sensibilität beschreiben. Es ist ein Album, bei dem die Songs als Solche im Mittelpunkt stehen. Die Melodien transportieren Bedeutung, Emotionen und Botschaften. Das war schon immer meine Intention als Songwriter. Und vielleicht ist es mir dieses Mal gelungen, diesen Aspekt noch deutlicher herauszuarbeiten“, sagt Masha und führt weiter aus: „Eine wichtige Weiterentwicklung auf diesem Album ist der Einsatz von Synthesizer-Elementen. Sie tauchten zwar schon früher auf, aber eher zurückhaltend. Diesmal sind sie präsenter, intensiver - sie werden zu einer neuen Stimme in unserem Sound. Nicht nur ein Effekt, sondern eine eigene Sprache. Die Integration von Synthesizer-Texturen verleiht unserem Gesamtklang eine zeitgemäßere Note. Es geht nicht um Trends - ich bin mir nicht einmal mehr sicher, was heutzutage überhaupt noch trendy ist. Es ging einfach darum, das richtige Klangvokabular zu finden, um das auszudrücken, was uns wichtig erschien.“ Das Album startet mit dem Song „From The Shadows“ sehr kraftvoll und zeigt deutlich, wohin die Reise auf dem Album geht. Das Stück beginnt mit sehr schönen Synthesizerharmonien und -rhythmen. Dazu singt Masha zunächst sehr zart, ändert ihre Stimme, die ein wenig verfremdet ist sobald die Band einsetzt. Im Refrain wird es dann härter und Masha passt ihre Stimme, die jetzt kratzig rüberkommt, dem Sound an. Dieser erste Song geht schon mal gut ins Ohr und macht richtig Spaß. Melodische Gitarrenlicks leiten dann in das nächste Stück „Worst In Me“ ein. Sofort entwickelt die Band eine eingängige Melodie, die im Refrain dann auch wieder ein härteres Kleid bekommt. Das Quartett spielt geschickt mit sanften und harten Passagen und verpackt es in ein melodisches Gewand. Masha hat zu diesem Song einen persönlichen Bezug. Darin beschreibt sie eine intime, emotionale Reise und setzt sich mit einer inneren Konfrontation auseinander. „Did You Forget?“ geht gleich mit einem schönen Groove los, der melodischen Hardrock mit Metalrhythmen verbindet. Ein Knallersong, der auf den Konzerten ebenfalls richtig abgehen wird. Zu Beginn des letzten Drittels kommt dann gar eine sanfte Passage auf, die danach aber sofort wieder in einen explosiven Part mündet. Mit härterer Rhythmik startet dann „Save Me From Myself“, das dann aber nach wenigen Momenten in den Strophen etwas ruhiger wird um im Refrain wieder ordentlich nach vorn zu gehen. Ein Stilelement, das die Band mehrfach auf dem Album verwendet. Elektronische Klänge verbinden die sanften mit den härteren Passagen in „One And Forever“. Gerade die druckvollen Refrains laden dabei zum Headbangen ein. Im Song „Defeying Gravity“ wird die Schwerkraft nicht als physikalische Kraft verstanden, sondern als sozialer Druck, als Last, die uns in Form von Erwartungen und Rollenbildern auferlegt wird. Es geht um den inneren Kampf, zu erkennen, wer wir unter den aufgezwungenen Identitäten wirklich sind. In diesem Song kommt dann die von Masha oben beschriebene Punkattitüde auf. In „Beautiful Lie“ sinniert die Band dann über die kleinen, aber notwendigen Illusionen, in die wir uns flüchten, um den rauen Alltag zu ertragen. Auch hier geht die Band über die volle Länge sehr druckvoll zur Sache. Zu Beginn des letzten Viertels schreit Masha sich förmlich die Seele aus der Laib. Der Song „Lightstorm“ appelliert an die Selbstreflektion der Menschheit und an verantwortungsvolles Handeln, und weist nochmals darauf hin, dass es nach einem selbst gemachten Umweltkollaps keinen Plan B für unseren Planeten gibt. Der Song besitzt eine fette Rhythmusstruktur und Masha singt ihren Text in einer sehrt aggressiven Art, die aufrüttelt. „You Never Knew“ wandelt dann in Poprockgefilden. Das liegt an der sehr eingängigen Melodie, die sich schnell im Ohr festsetzt. „Apathy“ fetzt danach mal so richtig los. Fette, dreckige Gitarren- bzw. Bassriffs und ein treibendes Schlagwerk sind hier die Grundlage des Songs, auf den dann die Melodie gesetzt wird. Der letzte Song „Goodbye My Love“ beschäftigt sich mit dem Umgang von Verlust auf zwischenmenschlicher Ebene, sei es Tod oder Trennung. Ein hymnischer, mit Synthesizerklängen verzierter Song der das Album dann beschließt. Zwar kenne ich die vorhergehenden Veröffentlichungen der italienischen Band Exilia nicht, doch kann ich sagen, dass die Synthesizer-Elemente den Songs mehr Tiefe verleihen. „Anti Gravity“ bietet druckvollen und melodischen Alternative Rock mit Metal- und auch mal Punk-Einflüssen. Ein Album das Spaß macht. Stephan Schelle, Mai 2026 |
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