Castle Mountain Moon – A Layman’s Guide To Unobtainium
Eigenvertrieb www.cmm-music.de (2026)
(11 Stücke, 64:50 Minuten Spielzeit)

Die beiden Kölner Musiker Robert Köhler (Keyboards) und Dirk Krause (Gesang, Gitarre, Bass) bilden das Duo hinter dem Bandnamen Castle Mountain Moon, kurz CMM. Im Jahr 2024 veröffentlichten die Beiden ihr Debütalbum „Six Tales Of Perception“, das am 04.09.2026 mit „A Layman’s Guide To Unobtainium“ fortgesetzt wird. Neben Köhler und Krause wirkte an dem Album – wie schon beim Debüt - noch Schlagzeuger Gerry Wassong als Gastmusiker mit.


Laut Wikipaedia ist das Wort Unobtainium ein Kofferwort aus dem Englischen und bezeichnet ein Material, das praktisch nicht beschaffbar ist, sei es weil es nicht (in der benötigten Menge) existiert, unerschwinglich teuer ist oder sich an einem unerreichbaren Ort befindet. Auf der Bandeigenen Internetseite beschreiben die Beiden ihr Konzept wie folgt: Auf ihrem zweiten Album, A Layman's Guide to Unobtainium, tauschen Castle Mountain Moon die Perspektive ihres Debüts gegen etwas Unsichtbares ein: elf Songs, die sich um Landkarten drehen - manche, die führen, manche, die lügen - alle ausgerichtet auf etwas, das wir nicht erkennen würden, selbst wenn wir es fänden. Wir haben über etwas geschrieben, das es per Definition nur gibt, wenn man es nicht hat, sagt Dirk Krause. Trotzdem jagen wir all dem hinterher - jemand musste ein Manual für Anfänger schreiben und es direkt vor unseren Augen in der Musik verstecken.

Die CD erscheint in einem vierseitigen Papersleeve und enthält ein zwölfseitiges Booklet, in dem sich alle Songtexte befinden.

Gestartet wird mit dem fünfminütigen „Guide To Unobtainium“. Hier zeigt sich das Duo im AOR-Segment. Sehr melodisch mit straightem Rhythmus legen CMM los. Die Keyboards stehen hier in Wechselwirkung mit der E-Gitarre klar im Fokus.

Auf ebenfalls gut fünf Minuten bringt es dann der zweite Song „Real“. Dreckig/hardrockig gespielte Gitarren und ein trockenes Schlagwerk sind die Hauptelemente dieses Songs, der nun durch die Keyboards auch eine proggige Note bekommt, die im Kontrast zu den Gitarrensounds steht. Schon recht sanft setzt sich dann der Gesang darauf, was aber eine gute Kombination ist. Eine sanfte Passage, die von Bass und Keyboards bestimmt wird, sorgt für ein Ruhephase in dem Stück.

An der vierten Position findet sich der zehnminütige Longtrack „Valley Of The Deep“, der von den beiden „Maps“-Tracks Part 1 und Part 2 eingerahmt ist. In dem Zehnminüter kombinieren sie mehrere musikalische Stile in dem sie rockige, orientalische, orchestrale und auch sakrale Elemente einbauen. An einigen Stellen hat man Jethro Tull (ohne Flöte) im Kopf, dann kommen aber auch Neo-proggige Sounds auf, die an Pendragon & Co. denken lassen. Ein sehr abwechslungsreicher Track, so wie es bei einem Longtrack sein muss, der auch mit Tempowechseln aufwartet.

Ein Sprung zurück zum sechsminütigen „Maps Part 1“, das herrlich perlende Keyboardsequenzen mit druckvollen Rhythmen verbindet und in einen recht sanften, proggigen Part übergeht. Das sechseinhalbminütige „Maps Part 2“ beginnt dagegen zeitlupenartig. Die ambienten Keyboardklänge wurden mit knisternden Geräuschen versehen. Gerry Wassong spielt dazu sehr atmosphärische Rhythmen auf seinem Schlagzeug. Der Einsatz der E-Gitarre sorgt dann für proggig druckvollere Momente. Im Refrain kommt dazu harmonischer Satzgesang auf.

Das mehr als siebenminütige „Sadness“ startet – dem Titel entsprechend - mit einer recht melancholischen Pianopassage, die auch von Dirk Krauses Gesang getragen wird. Im weiteren Verlauf nimmt das Stück aber hellere Züge an. Mit dem viereinhalbminütigen „Before My Eyes“ kommt danach der melodischste Song des Albums, der von Beginn an gefangen nimmt. Hier treffen proggige Klänge auf einen Gesang, der mich an die späten 60’er bzw. frühen 70’er Jahre erinnert.

Das fünfminütige „Exit Right“ ist wieder rockiger angelegt. Ein symphonischer Rocksong, der ein wenig die DNA von Barclay James Harvest mit Neo-Prog-Keyboards kombiniert.

„Scene Of A Crime“ mit seinen mehr als acht Minuten Spielzeit wartet zu Beginn mit einem herrlichen Bassmotiv und tollen Keyboardharmonien auf, die von einem steten Rhythmus unterlegt sind. Sobald dann die E-Gitarre ihre Arbeit aufnimmt wird es rockiger. Die Orgelsounds bringen darüber hinaus 70’er-Jahre Retrotouch mit ein. Eine schöne melodische Nummer.

Den Abschluss bildet dann das fünfeinhalbminütige „Dreamers“. Hier kommen Erinnerungen an die späten Beatles auf, was an Piano, symphonischen Klängen und Gesang liegt. Im Verlauf kommen dann auch noch Poprockartige Klänge auf.

Vor zwei Jahren habe ich im Fazit zu dem Debütalbum von Castle Mountain Moon geschrieben: Man kann nur hoffen das Robert Köhler und Dirk Krause es nicht bei diesem einen Album belassen. Die Hoffnungen werden im September 2026 mit dem zweiten Album mit dem sperrigen Titel „A Layman’s Guide To Unobtainium“ erfüllt. Das schwierige Zweitwerk knüpft qualitativ an ihr Debüt an. Da hat sich das Warten gelohnt.

Stephan Schelle, September 2026

   

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