Bad Company - Live in Concert 1977 & 1979
Rhino Records / Warner Music Entertainment (2016)
(30 Stücke, 155:12 Minuten Spielzeit)

Nach den remastertern Alben „Bad Co” und „Straight Shooter” sowie dem Best Of-Album „Rock’N’Roll Fantasy”, die allesamt in 2015 erschienen sind, geht die Serie der Bad Company-Alben nicht etwa mit den nächsten Studioalben „Run With The Pack“ oder „Burnin’ Sky“ weiter, nein es wird zunächst eine Live-DoppelCD nachgeschoben, die es in sich hat. Sie trägt den Titel „Live In Concert 1977 & 1979“.


Obwohl Bad Company als eine der besten Live-Stadion-Bands der siebziger Jahre gelten, veröffentlichten sie nie ein offizielles Live-Album. Mit „Live In Concert 1977 & 1979“ beenden Rhino Records diesen unhaltbaren Zustand nun zum 29. April 2016. Es ist das erste offizielle Live-Album, das die Band im Original-Line-Up mit Paul Rodgers, Mick Ralphs, Simon Kirke und Boz Burnell präsentiert!

„Live In Concert 1977 & 1979“ präsentiert zwei komplette, bisher unveröffentlichte  Konzerte plus einen zusätzlichen Track aus einer Show vom 26. Juni 1979 in Washington, DC. Alle Aufnahmen stammen von Original 24-Spur-Bändern aus den Archiven der Band. Sie zeigen Bad Company live in Reinkultur: Es wurden keinerlei Over Dubs oder sonstigen Veränderungen vorgenommen, alles, was man zu hören bekommt, stammt original aus den Performances der jeweiligen Konzerte.

Erstaunlich ist bei diesen Aufnahmen und 30 Songs, das sich bei den beiden Konzertmitschnitten mit „Shooting Star“ und „Feel Like Makin’ Love“ nur zwei Überschneidungen auf den beiden Silberlingen finden. Somit bekommt der Musikfreund die volle Ladung an Bad Company-Songs. Klanglich sind die beiden Konzerte gut abgemischt und die fehlende Nachbearbeitung durch Overdubs zeigt die raue, natürliche Art, in der die Band damals auf der Bühne agierte. Das macht einfach nur Spaß.

CD 1 beinhaltet einen Mitschnitt vom Konzert das die Band am 23. Mai 1977 im Summit House, Texas absolvierte. Bad Company hatten zu diesem Zeitpunkt gerade ihr viertes Studioalbum „Burnin’ Sky“ auf dem Markt. Neben Songs des aktuellen Albums spielten sie auch einen Querschnitt ihrer zuvor veröffentlichten Alben. Die Zuschauerreaktionen wurden bei dem Konzert mit eingefangen, was die Liveatmosphäre unterstützt.

Zwei Jahre später, am 09. März 1979, entstand dann der weitere Mitschnitt, den Bad Company anlässlich ihrer „Desolation Angels“-Tour aufgenommen hatten. Austragungsort war dieses Mal das Empire Pool in Wembley, London. Dieser Mitschnitt befindet sich auf der zweiten CD. Er beginnt mit einer ausufernden Version des Songs „Bad Company“ vom Debütalbum. Daneben sind einige Stücke vom aktuellen Album „Desolation Angels“ wie „Rock’n’Roll Fantasy“, „Gone, Gone, Gone“ und „She Brings Me Love“ sowie weitere ältere Songs aus ihrem Repertoire im Set enthalten.

Mitten in diesen Livemitschnitt wurde eine Aufnahme des Jimi Hendrix-Klassikers „Hey Joe“ eingebaut, die am 26.06.1979 bei ihrem Auftritt im Capitol Center in Washington entstanden ist. Dieser 4:28minütigen Version verleihen sie ihren ganz eigenen Stil. Dabei gehen sie nicht so wild vor, wie es Hendrix tat, sondern machen sich den Song selbst zu Eigen. Der Song ist so geschickt eingebaut, das man keinen Bruch erkennt, sondern glaubt, er wäre Teil des London-Auftritts.

Beide Konzerte liegen in sehr guter Soundqualität vor. Eigentlich eine Schande, dass die Musikfreunde so lange auf einen derartigen Mitschnitt warten mussten, zumal die Band sich bei den Konzerten in ausgesprochen guter Form zeigte. Aber besser spät, als nie!

Verpackt sind die beiden CDs in einem achtseitigen Digipack, dem ein sehr schön gemachtes 20seitiges Booklet mit zahlreichen Fotos und Linernotes spendiert wurde. Sehr zu empfehlen.

Stephan Schelle, April 2016

   

CD-Kritiken-Menue