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Däcker - Anthropomorph Personification Der niederländische Elektronikmusiker Peter Dekker firmiert als Däcker. Das Album „Anthropomorph Personification“ ist bereits 2023 erschienen und stellt seinen zweiten Longplayer unter den Namen Däcker dar. Bei der Schallwelle-Preisverleihung im Februar 2026 erhielt ich dieses, sowie weitere Alben des Deserted Island Music-Labels von Remy Stroomer. Die CD-Version (das Album ist auch per Bandcamp als Download erhältlich) erschien in einem vierseitigen Papersleeve. |
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Anthropomorph: „Menschlich geformt“ oder „mit menschlichen Eigenschaften“. Personifizierung: Konzepte (Dinge) in eine Person übersetzen. Anthropomorphe Personifizierung: Konzepte in eine menschliche (geformte) Persönlichkeit mit menschlichen Eigenschaften übersetzen. Der Niederländer Peter Dekker erinnert sich, dass er seit seinem vierten Lebensjahr ständig Musik im Kopf hatte. Erst mit neun Jahren komponierte er seine ersten Stücke. Zunächst nimmt Peter Klavierunterricht und schreibt Klavierstücke, doch sobald er an seinem fünfzehnten Geburtstag sein erstes Keyboard bekommt, beginnt er, elektronische Musik zu machen. Heute besitzt Peter mehr als 70 elektronische Musikinstrumente, mit denen er unzählige Musikstücke komponiert und aufgenommen hat.
Peter könnte tagelang und sogar wochenlang an echten Kompositionen arbeiten, aber vor allem bevorzugt er es, Musik auf die direkteste und spontanste Art und Weise zu schaffen: einfach hinsetzen und spielen. Er versucht, seinen breit gefächerten Musikgeschmack und seine Interessen in seinen Kompositionen widerzuspiegeln, insbesondere Stile, die man nicht unbedingt mit Elektronikmusik in Verbindung bringen würde, wie Rock, Jazz und Latin. Zu seinen wichtigsten Inspirationsquellen zählen Vangelis, Nova / Peru, Jean Michel Jarre, Neuronium, Ed Starink und Jun Fukamachi. Mit seinem Alter Ego Däcker erkundet Peter einen Musikstil, der auch offensichtliche Verbindungen zu einer bestimmten elektronischen Musikbewegung aus Deutschland aufweist. Wenn man die Musik hört, dann wird deutlich, dass es sich bei der zuvor beschriebenen „elektronischen Musikbewegung aus Deutschland“ nur um die „Berliner Schule“ handeln kann. Das Album startet mit dem neuneinhalbminütigen „Thanatos“. Da zirpen und wabern zunächst die elektronischen Sounds wie bei Tangerine Dream Anfang der 70'er Jahre. Das Stück entwickelt sich nur ganz langsam. Zwischendrin kommt dann so etwas wie Paukenschläge auf, die sich in die flirrenden elektronischen Klänge mischen. Dieser erste Track besteht ausschließlich aus elektronischen Stimmungsbildern. Weiter geht es dann mit dem 16minütigen „Aergia“. Tropfende, perlende Klänge eröffnen diesen Longtrack. Schnell kommen dann aber weite Flächen hinzu, die nun sanft durch den Raum ziehen. Das klingt nun sehr harmonisch und ist weit vom Eröffnungsstück entfernt. Nach gut drei Minuten kommt dann eine Melodielinie auf. Und gut zwei Minuten später ergänzt ein Sequenzerrhythmus diesen sehr schönen Track. Der Track nimmt immer mehr Fahrt auf und Peter Dekker setzt darauf eingängige Melodielinien und Soli. Hier scheint vor allem Klaus Schulze Pate gestanden zu haben. Mit hallenden, sanften Klängen startet Dekker dann in den nächsten Track, das 15minütigen „Hypnos“, bei dem er Unterstützung von Rik van der Lande an der „semi“-akustischen Gitarre bekommen hat. In diese Atmosphäre mischt Dekker noch mit dem Synthesizer erzeugte Windgeräusche. Das Stück entwickelt sich nur langsam und es dauert mehr als vier Minuten bis dann auch melodische Elemente hinzukommen. Der Track hat einen gewissen Spannungsbogen, der neben der Elektronikmusik mit leichten Anleihen an Vangelis & Co. auch klassische Pauken aufweist. Das ist sehr schön gemacht. Das fast zehnminütige „Chaos“ beginnt zunächst mit leicht verstörenden Klangkollagen. Da rauscht und zischt es teilweise nur. Es dauert gut fünf Minuten bis sich aus diesem musikalischen „Chaos“ ein Sequenzerrhythmus herausschält und der Geräuschkulisse etwas Ordnung verschafft. Dieser treibende Rhythmus hält dann auch bis zum Schluss an. Melodien/Harmonien sind hier aber nicht auszumachen. „Chronos“, das mit fast 21 Minuten Spielzeit der längste Track des Albums ist, zeichnet sich dann aber wieder mehr durch Harmonien aus, die wieder ein wenig in Richtung „Berliner Schule“ weisen. Nach etwa drei Minuten startet dann ein Sequenzerrhythmus, der durch einen weiteren Sequenzerrhythmus ergänzt wird. Dahinein werden immer wieder Harmonien gesetzt, was eine hypnotische Wirkung erzeugt. Ab der Mitte kommt dann noch für ein paar Minuten ein pumpender Beat auf, der dem Ganzen einen besonderen Touch verleiht. Das macht Spaß und geht jetzt richtig ab. Das Stück lässt Däcker dann aber ruhig ausklingen. Mit dem nicht ganz fünfminütigen „Gaia“ endet dann das Album. Hier zeigt sich Däcker von einer sehr melodischen Form. Hallende Synthesizerklänge formen eine wunderschöne Melodie. Das ist ein verträumter und melodischer Ausklang aus diesem abwechslungsreichen Album. Peter Dekker hat auf „Anthropomorph Personification“ verschiedene musikalische Stile miteinander verknüpft. Mal erzeugt er Stimmungsbilder, dann wiederum besitzen die Stücke herrliche Harmonien oder Melodien, gepaart mit sehr schönen rhythmischen Sequenzen. Stephan Schelle, April 2026 |
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